• OB-Besuch im Lager

Oberbürgermeister Dr. Christian Scharpf besuchte mit Regierungspräsidentin Maria Els das Ankerzentrum. Der DK titelt „Oberbürgermeister Christian Scharpf verspricht ehrenamtlichen Helfern Unterstützung – Regierungspräsidentin Maria Els betont Verbesserungen“ (siehe DK-Bericht vom 16.09.2020 unter “Informationen”)

  • Runder Tisch Asyl

Bürgermeisterin Petra Kleine und Sozialreferent Wolfgang Scheuer haben im Rahmen des Besuchs der Bezirksregierung auch zu einer Sitzung des Runden Tischs zum Thema Asyl eingeladen, an dem u.a. auch eine Vertreter*in der Ingolstädter Erklärung teilnehmen durfte.

Es soll weitere Treffen geben, um an guten Entwicklungen für die Bewohner des Zentrums zu arbeiten. (siehe DK-Bericht vom 16.09.2020 unter “Informationen”)

  • Ombudsteam

Die Aktivgruppe der I.E. erarbeitet unter der Federführung von Jochen Semle einen Vorschlag für die Geschäftsordnung eines Ombudsteams für die Bewohner*innen des Ankerzentrums Manching/Ingolstadt. Das Ziel ist, ein ehrenamtliches Team  zu installieren, welches durch regelmäßige Besuche im Lager und seinen Dependancen zwischen den Anliegen der dortigen Bewohner und der Verwaltung bzw. dem Stadtrat vermitteln kann.

  • Fünf Jahre “Wir schaffen das!”

    Gudrun Rihl von der Aktivgruppe der Ingolstädter Erklärung wurde vom Donaukurier zum Thema um einen Gastbeitrag gebeten. (siehe DK-Beitrag vom 31.082020 unter “Informationen”)

  

AnKER-Zentren: Kein Ort für Kinder

terre des hommes hat eine Studie zur Situation der Kinder in deutschen Flüchtlingseinrichtungen erstellt

»Wir arbeiten daran, dass Rückführungen möglichst aus den Erstaufnahmeeinrichtungen erfolgen können; denn wir wissen: Wenn Menschen erst einmal durch ehrenamtliche Helfer in Kommunen integriert sind, dann ist die Rückführung sehr viel schwerer.« Diese Worte sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Februar 2017 und beschrieb damit sehr deutlich das damals neue Konzept der AnkER-Einrichtungen: Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentren unter einem Dach. Doch welche Bedingungen finden nach Deutschland geflüchtete Menschen dort vor, wie ist die Situation in der Unterkunft? Wie werden sie versorgt, können die Kinder schnell zur Schule oder in die Kita? Diesen Fragen geht terre des hommes in der Studie »Kein Ort für Kinder« nach.

Hier geht es zum Dokument:

2020-06_terre-des-hommes-AnkerRecherche

Corona-Schutz im ANKER-Zentrum
Ingolstadt/Manching und seinen Dependancen

Presseerklärung vom 21.04.2020

Wir, die Verfasser der Ingolstädter Erklärung, möchten uns heute in Sorge um die Situation der Asylbewerber in der ANKER-Einrichtung und den dezentralen Unterkünften in und um unsere Stadt an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger wenden.

Derzeit leben über eintausend Asylbewerber in den Ingolstädter Unterkünften, die genauso wie die einheimische Bevölkerung unter der Gefährdung und den Folgen der Pandemie leiden. Wir haben jedoch Zweifel, dass die sinnvollen Schutzmaßnahmen
und Regeln, die der Staat für uns alle etabliert hat, in den Unterkünften entsprechend umgesetzt worden sind oder überhaupt umgesetzt werden können.

Wir fürchten, dass die Flüchtlinge in unserer Stadt nicht ausreichend geschützt sind.

 Wir haben Zweifel, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern in den engen Unterkünften und oft überbelegten Zimmern eingehalten werden kann. Nach unseren Informationen sind in den Zimmern oft Stockbetten bzw. bis zu 8 Menschen in engen Räumen untergebracht. Wasch- und Duschräume werden von Dutzenden von Menschen gemeinsam genutzt. In den Kantinen kann der Abstand beim Essen und der Essenausgabe nicht eingehalten werden.

 Bisher gibt es keine uns bekannten Maßnahmen, dass die Wohnsituation entsprechend entzerrt worden wäre oder besonders gefährdete Menschen mit Vorerkrankung oder ältere Menschen aus den Unterkünften herausgeholt oder separiert worden wären.

 Ab Montag gilt in Bayern aus guten Gründen eine Maskenpflicht. Wir fragen uns, ob die geflüchteten Menschen im Ankerzentrum Ingolstadt/Manching bereits Zugang zu Masken oder Hygienemitteln haben und die Verteilung bis Montag gesichert ist.

 Viele Geflüchtete sind derzeit besonders schlecht betreut. Ehrenamtliche haben keine Kontaktmöglichkeit, Sozialarbeiter wurden abgezogen. Die Security-Mitarbeiter können das nicht auffangen.

Wir bitten daher den Oberbürgermeister, den Stadtrat und die zuständigen Politiker im Umland von Ingolstadt zusammen mit den Ausländerbehörden alles zu tun, dass

 der gleiche Schutz vor Corona-Infektion für die geflüchteten Menschen in unserer Stadt gewährleistet wird wie für uns alle

 Risikogruppen unverzüglich aus den Unterkünften herausgeholt und außerhalb in Hotels, Jugendherbergen oder geeigneten Häusern
untergebracht werden

 die Raumsituation in den ANKER-Einrichtungen so entzerrt wird, dass in den Zimmern der Mindestabstand gewahrt bleiben kann

 sofort Masken und Desinfektionsmittel in ausreichendem Umfang zur Verfügung gestellt werden

 alle Menschen in den Unterkünften in den Zimmern WLAN-Zugang bekommen, um in Corona-Zeiten an Lernprogrammen und Schule weiter
teilnehmen zu können und die soziale Isolation aufzufangen.

Es muss unbedingt vermieden werden, dass, wie bereits in Schweinfurt und anderen größeren Unterkünften geschehen, sich das Virus schnell verbreitet und nach Ausbruch Massenquarantänen angeordnet werden müssen.

Wir wollen alle in diesem Lande in den Zeiten der Pandemie zusammenstehen in Solidarität, gegenseitigem Behüten und Anteilnahme.

Ingolstadt, am 22.04.2020
Im Namen der Initiativgruppe Ingolstädter Erklärung
Gudrun Rihl
Monika Huber
Maria Tripolt
Veronika Peters
Julian Rapp
Lydia Hallhuber-Gassner
Barbara Leininger
Jochen Semle
Karoline Schwärzli-Bühler
Evi Tietmann
Monika Müller-Braun
Gudrun Winter
Stephan Reichel, 1. Vorsitzender Matteo – Kirche und Asyl